Vom Bauernbad zum Kurort

Über 100 Jahre Tourismus in Völs am Schlern

Heubad
Leise und sanft hat sich Völs vom beschaulichen Bauerndorf zum Kurort entwickelt. Seine Gäste genießen seit über 100 Jahren gutes Wasser, frische Luft und duftendes Heu. Und die Erfahrung zeigt: Die Sommerfrische ist keine Erfindung der modernen Tourismuswirtschaft, ebenso wenig wie der Versuch, mit natürlichen Anwendungen das seelische und körperliche Wohlbefinden zu steigern. Und Völs am Schlern liefert mit seinen Heubädern dafür den historischen Beweis. Es waren Bauern, die bei der Ernte auf den Bergalmen ihr Nachtlager im Heustock nahmen und dabei merkten, dass nach einer Nacht im Heu die Müdigkeit vom Vortag wie weggeblasen war. Die Weichen für den anhaltenden Erfolg des Bades in duftenden Blumen, Kräutern und Gräsern waren gestellt...

Was Körper, Geist und Seele gut tut

Heuernte
Heute machen moderne Techniken das Heubaden ganzjährlich möglich, und viele Hotels bieten in ihren Beauty- und Wellness-Abteilungen diese Tradition der Seiser Alm an. Hygiene und Ästhetik spielen dabei eine ebenso große Rolle wie das besonders wirksame Heu von der Seiser Alm. Eine Augenweide in seiner sommerlichen Blütenpracht, begeistert die ungewöhnliche Artenvielfalt der Magerwiesen dieser größten Hochalm Europas immer wieder auch Botaniker.
 
Almwiese
Das mit vielen Heilkräutern wie Thymian, Arnika, Fingerkraut und Enzian durchsetzte Gras wird ausschließlich auf ungedüngten Wiesen gemäht, und zwar frühmorgens oder spät abends, um alle ätherischen Essenzen zu erhalten. Dann wird es möglichst rasch getrocknet.
Durch die Körperwärme gibt das Heu die vielfältigen Wirkstoffe gemeinsam mit ätherischen Ölen über Haut und Atmung an die Badenden ab. Dazu muss es allerdings erst wieder angefeuchtet werden.